die geschichte und herkunft des trullo, wo wir unser olivenholz viele jahre trocknen lassen
Trullo (italienisch), Mehrzahl Trulli, ist eine Bezeichnung für die vor allem in Apulien vorkommenden Rundhäuser, deren Steindächer sich nach oben hin in Kragsteintechnik verjüngen und mit einem symbolischen Schlussstein, dem Zippus oft aber auch mit einer Kugel oder einem anderen Symbol, abgeschlossen werden.
Trulli besitzen eine tholosartige Bauweise und werden ohne Mörtel errichtet. Die schuppenartigen dunklen Bruchsteindächer geben dem weiß getünchten Trullo, der ursprünglich in den Feldern und nicht im Ort stand, sein charakteristisches Aussehen.
Durch ihre Bauweise aus massivem Naturstein mit sehr dicken Wänden und winzigen Fenstern bieten die Trulli einen guten Schutz gegen die anhaltende Sommerhitze in Apulien, weil sich das Innere nur langsam aufheizt. Im Winter hingegen speichert ein Trullo die Wärme, die durch einen offenen Kamin erzeugt wird, für lange Zeit.
Die bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts vergessenen ‚Arme-Leute-Häuser‘ erlebten eine Renaissance und einige werden heute als Ferienwohnungen angeboten. In Alberobello existiert ein weiträumiges geschlossenes Viertel, das gänzlich mit Trulli bebaut ist. Auch in den Nachbargemeinden der Region sind Trulli sehr verbreitet und werden, oft aneinander gereiht und verbunden, als Wohnhäuser genutzt.
KRAGSTEINTECHNIK - Kraggewölbe
Als Kraggewölbe, Kragsteingewölbe oder Falsches Gewölbe wird eine Vorform des echten Gewölbes als oberer Abschluss eines Raumes bezeichnet. Es basiert auf dem Kragbogen. Waagerechte Mauersteine bilden auskragend, also aufeinander zugeschoben, eine Bogenform, die sich nach oben bis zu einem meist größeren Abschlussstein verjüngt. Diese Verjüngung kann länglich oder kreisförmig erfolgen, je nachdem, ob es sich um rechteckige oder runde Räume handelt. Anders als beim echten Gewölbe, das sich wie ein Bogen selbst stabilisiert, muss ein Kraggewölbe durch senkrechten Druck auf die Außenseiten der Gewölbesteine gesichert werden. Kraggewölbe sind daher immer steil und massiv.
THOLOSARTIGE BAUWEISE
Tholos bezeichnet in der griechisch-römischen Antike zunächst einen sakralen Rundbau mit und ohne umgebender Säulenstellung. Der Begriff wurde später auf jeden Rundbau und insbesondere das runde Dach ausgedehnt. Daher konnten runde Profanbauten ebenfalls Tholos genannt werden. In römischer Zeit übertrug man den Begriff auch auf runde Grabbauten.
