die holzdrehbank
Die Erfindung der Drehbank (umgangssprachlich Drechselbank) geht vermutlich auf die Griechen Ende des 2. Jahrtausend v. Chr. zurück. Die Entwicklung ist an die ersten gedrehten Artikel gebunden und dürfte evtl. noch viel länger zurück liegen, da die Urform der Drehbank aus dem ältesten Gerät der Menschheit, dem Fiedelbohrer entstanden ist. Lediglich verlegte man die Drehachse in die horizontale Ebene. Die erste bildliche Darstellung, die einen Vorläufer unserer heutigen Drehbank beschreibt, wurde in einem ägyptischen Grab aus dem Jahr 300 v. Chr. gefunden. Das Prinzip veränderte sich lange Zeit nicht wesentlich, so dass weiterhin die Drehbewegung kontinuierlich wechselte. Erleichterungen brachte die Entwicklung der Wippdrehbank, da der Drechsler nun den Antrieb mit dem Fuß bewerkstelligen konnte und beide Hände für die eigentliche Arbeit frei hatte. Erst die gekröpfte Welle von Leonardo da Vinci brachte dem Drechsler die Einförmige Drehbewegung. Aus der Drehbank des Drechslers entwickelte sich die Drehbank des Holzverarbeiters, die um Einiges stabiler gebaut wurde und über einen mechanischen Vorschub verfügte. Die weitere Entwicklung der Technik schuf verschiedene Antriebsformen bis hin zum heute üblichen separaten Elektromotor.
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Die Holzdrehbank, in der Umgangssprache auch Dreschselbank genannt, ist eine Maschine zum herstellen von Rotationskörpern.
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GRUNDAUFBAU EINER DREHBANK
- Drehbankbett
Das Drehbankbett besteht im Allgemeinen aus zwei horizontalen Wangen, die auf zwei Ständern ruhen. Üblicherweise werden die Teile aus Gußeisen gefertigt, um eine hohe Standfestigkeit zu gewährleisten. Es sind aber auch andere Bauarten, besonders aus dem Freizeitbereich bekannt. Die Distanz zwischen den Wangen dient zur Führung der anderen Bauelemente. Das Drehbankbett kann in verschiedenen Ausführungen hergestellt werden, wie zB. gekröpft (für größere Querholzdurchmesser) oder extrem lang (zB. für das Drehen langer Säulen).
- Spindelstock
Der Spindelstock befindet sich auf der linken Seite der Drehbank (bei Linksdrehbänken rechts) und stellt den bedeutendsten Teil der Drehbank dar. Er besteht im Normalfall aus dem Lagerbock, der beidseitigen Horizontallagerung, dem Gegendrucklager, der Spindel (Welle) und den Riemenscheiben. Aber auch andere Bauweisen sind bekannt. Die Hohlspindel oder Hohlwelle dient der Übertragung der Drehbewegung auf das Werkstück über die Werkstückbefestigung. Die Befestigung kann durch diverse Mitnehmer, Spund-, Anschlag-, Schrauben-, Backen- oder andere Futter erfolgen. Die Kraftübertragung vom Motor auf die Welle kann über Keilriemen, Flachriemen, Schnur oder Getriebe erfolgen. Die Elektronische Drehzahlregelung entspricht dem heutigen Stand der Technik.
- Reitstock
Der verschiebbare Reitstock wird als Gegenhalter für längere Werkstücke benötigt. Auch er ist zumeist aus Gußeisen gefertigt. Mittels Handrad oder Hebel wird das Werkstück zwischen Reitstock und Spindelstock gepresst. Üblicherweise wird dafür an der Reitstockwelle eine Pinole mit Körnerspitze verwendet.
- Handauflage mit Halterung
Der Handauflagenhalter liegt auf dem Drehbankbett flach auf und wird, angepasst an die jeweilige Arbeit, an diesem befestigt. Die Handauflage selbst dient der Auflage der Hand mit dem Werkzeug. Es gibt sie in verschiedenen Längen und besteht zumeist, wie die Halterung selbst aus Gußeisen. Sie ist durch die vertikale Führung dreh- und höhenverstellbar. Beim Drehvorgang müssen alle Bestandteile der Drehbank fest fixiert sein.
WEKZEUGE ZUM DRECHSELN
- Röhren = halbrunde Werkzeuge mit flachem Außenschliff
- Flachmeißel und Abstechstähle = mit flachem, teilweise beidseitigem Schliff
- Schlicht- und Ausdrehstähle = mit sehr steilem Schliff
ARBEITSPRINZIP AN DER DREHBANK
Das Werkstück wird in die Maschine zwischen Spindelstock und Reitstock gespannt und in Rotation versetzt. Während das Werkzeug mit der einen Hand durch Druck auf die Werkzeugauflage fixiert und gegen das rotierende Werkstück gedrückt wird, führt die zweite Hand das Werkzeug entlang der Längs- und Querachse des Drehteils und kippt es um die horizontal und vertikale Achse des Werkzeugs, wobei es sich bei der Auflagefläche an der Werkzeugauflage um den Drehpunkt (des Werkzeugs) handelt.
TECHNOLOGIEN IM HANDDREHBEREICH
- Langholzdrehen
Bei diesem Drehverfahren ist das Werkstück entweder zwischen den Spitzen (Mitnehmer am Spindelstock und Körnerspitze am Reitstock) eingespannt oder einseitig am Spindelstock befestigt. Das Werkstück dreht sich längs der Faserrichtung. Das Dreheisen wird auf der Handauflage aufgelegt und manuell gegen das Werkstück so geführt, dass ein gezielter Schneidvorgang entsteht. Mit dieser Technologie werden Artikel hergestellt wie beispielsweise:
- Treppenstäbe
- Treppenpfosten
- diverse Säulen
- Büchsen
- Knöpfe
- Kugelschreiber
- Pfeffermühlen
Zu dieser Technologie gehört auch das Hohldrehen, Drehen über Kopf und das Gewindestrählen.
- Querholzdrehen
Bei diesem Drehverfahren ist das Werkstück einseitig am Spindelstock befestigt. Das Werkstück dreht sich quer der Faserrichtung. Das Dreheisen wird auf der Handauflage aufgelegt und manuell gegen das Werkstück so geführt, dass ein gezielter Schneidvorgang entsteht. Mit dieser Technologie werden Artikel hergestellt wie beispielsweise:
- Schalen und Teller
- große Ringe
- Schüsseln
- Dosen
- Reifendrehen
Bei diesem Drehverfahren ist das Werkstück einseitig am Spindelstock befestigt. Das Werkstück dreht sich längs der Faserrichtung. Das Dreheisen wird auf der Handauflage aufgelegt und manuell gegen das Werkstück so geführt, dass ein gezielter Schneidvorgang entsteht. Die Werkstücke aus zumeist Nadelholz sind vollständig durchnässt. Mittels sehr langer Dreheisen werden sehr fein konturierte Ringe gedreht, die nach Aufspalten ihre Form präsentieren - zumeist Tiere oder Zubehör für Spielzeug und Figuren.
- Drehen gewundener Säulen
Obwohl es sich hier neben den eigentlichen Dreharbeiten vorrangig um eine Kombination von Schneiden, Stemmen, Raspeln und Schleifen handelt, gehört die gewundene Säule traditionell zu den Erzeugnissen des Drechslers. Zumeist wird die Grundform in Langholz vorbereitend gedreht. Die gewünschten Windungen werden aufgezeichnet und mittels Handsäge auf die vorgesehene Tiefe geschnitten. Die grobe Form wird dann mit dem Stecheisen vorgestemmt und schließlich mit diversen Raspeln und Schleifmaterialien bis zur gewünschten Form und Oberflächenqualität gebracht. Mit dieser Technologie werden Artikel hergestellt wie zB.
- Treppensprossen
- Stuhl- und Tischbeine
- Bettpfosten
- Ovaldrehen
Bei diesem relativ seltenen Drehverfahren ist das Werkstück einseitig am sogenannten Ovalwerk oder Ovaldrehwerk und dieses am Spindelstock befestigt. Das Ovaldrehwerk vermittelt dem zumeist Querholzwerkstück in einer Umdrehung eine Art Querpendelbewegung. Die Achsdifferenz des Ovals kann eingestellt werden. Um ein akkurates Oval zu erhalten, darf das Werkzeug während des Drehvorganges nur genau in einer gleichbleibenden Höhe zur Drehachse schneiden. Mit dieser Technologie werden Artikel hergestellt wie zB.
- Schalen/Teller
- Dosen
- Bilderrahmen
- Passigdrehen
Dieses unterteilt sich in Längs- und Querpassigdrehen sowie Mischformen. Bei diesem äußerst seltenen Verfahren wird beim Längspassigdrehen durch eine komplett umgebaute Drehbank die Spindel durch Zwangssteuerung in Längsrichtung vor- und zurück bewegt, während das Werkzeug an einem feststehenden Punkt schneidet oder schabt. Beim Querpassigdrehen wird die Spindel oder auch der gesamte Spindelstock in eine zwangsläufige Querpendelbewegung versetzt. Bei beiden Verfahren werden Schablonen und Kurvenscheiben verwendet, um das Maß der Ablenkung zu bestimmen. Die Werkstücke sollten aus festem, homogenem Material sein. Da das Werkstück zumeist im Support geführt wird, kann man kaum noch vom Handdrehen sprechen. Nur bei einfachen Passigdreharbeiten kann das Werkzeug noch frei geführt werden. Mit dieser Technologie werden Artikel hergestellt wie zB.
- Treppensprossen
- Tischbeine
- Dosen
